Ferienhöfe freuen sich auf ihre Sommergäste

Ferienhöfe freuen sich auf ihre Sommergäste

Große Nachfrage – Ärger über Testpflicht und Wiederbelegungssperre

L P D – Morgens mit der Bäuerin die frischgelegten Eier der Hühner einsammeln oder die Kühe in den Melkstand begleiten und anschließend die Kälbchen tränken – ein Urlaub auf dem Bauernhof bietet neben der Erholung in den modernen Ferienwohnungen viele Möglichkeiten für besondere Ferienerlebnisse. „Unsere Urlaubsbauern lassen sich viel einfallen, um ihre Gäste zu begeistern“, sagt Vivien Ortmann, Geschäftsführerin der LandTouristik Niedersachsen. Sie freut sich, dass die mehr als 250 Urlaubsbauernhöfe in Niedersachsen, die über den Dachverband für Bauernhofferien und Landerlebnis organisiert sind, wieder Gäste empfangen dürfen. Die Urlauber trauten sich nach vielen Monaten der Unsicherheit wieder, ihre Ferien auf dem Land fest zu buchen.

„Die Nachfrage ist groß, die Leute wollen raus“, lautet Ortmanns Erfahrung. Gerade für kleinere Kinder bietet ein Spielplatz auf dem Hof, die zahlreichen Trettrecker und Kettcars sowie ein Streichelzoo mit Kaninchen und Meerschweinchen ein abwechslungsreiches Beschäftigungsprogramm, während größere Kinder durch die Wälder stromern oder mit dem Kanu eine Paddeltour unternehmen können. „Die Natur zu erleben und Urlaub mit viel Platz zu machen, ist durch Corona wichtiger geworden“, sagt sie. Zudem seien die einzuhaltenden Regeln in Hygienekonzepten verankert, an denen sich alle zu halten haben. „Da dürfen zum Beispiel nicht alle Familien gleichzeitig auf den Grillplatz“, nennt sie ein Beispiel.

Die meisten Ferienwohnungen sind für die Sommerferien schon ausgebucht, es gibt aber noch einzelne Plätze. „Es lohnt sich, auf der Internetseite www.bauernhofferien.de nach freien Unterkünften Ausschau zu halten“, empfiehlt Ortmann kurzentschlossenen Urlaubern. Wer zeitlich flexibel und nicht auf eine bestimmte Region Niedersachsens festgelegt sei, habe noch eine Chance, ein Domizil zu finden. Bis die Bauern wieder Geld mit den Feriengästen verdienen, werde es jedoch noch etwas dauern. „Viele Landwirte konnten keine Hilfen beantragen, sondern haben erstmal die Rechnungen geschoben“, erläutert Ortmann. Das Geld der Urlauber werde nun dringend benötigt, um Löcher zu stopfen.

Geärgert haben sich die Ferienbauern über den Bestand der zweimal wöchentlichen Testpflicht, auch wenn die Inzidenz unter 35 fällt. „Über diesen Wortbruch der Landesregierung sind wir sehr enttäuscht“, sagt Ortmann. In ländlichen Gegenden sei es ohnehin schon schwierig ein Testzentrum zu finden. Um den Testrhythmus einzuhalten, müssen sich die Gäste daher unter Aufsicht der Gastgeber selbst testen, was einen erheblichen Mehraufwand verursacht. „Gerade die landwirtschaftlichen Gastgeber haben eigentlich genug zu tun“, meint Ortmann. Schwierig sei es auch, Gästen aus anderen Bundesländern zu erklären, dass es in Niedersachsen eine Wiederbelegungssperre gebe, nach der die Wohnung zwischen zwei Belegungen eine Nacht leer stehen müsse: „Das stößt auf wenig Verständnis.“ (LPD 42/2021)

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Wiebke Molsen

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