Ernte der Gerste dauert an, bald folgt der Raps

Ernte der Gerste dauert an, bald folgt der Raps

Unbeständiges Wetter zieht Ernte in Niedersachsen in die Länge

L P D – „Wenn das angekündigte Hoch zwei bis drei Wochen am Stück anhält, dann sind wir ein ganzes Stück weiter. In den vergangenen Tagen ist der Raps zwar gut abgereift, aber mit der Ernte dauert das noch ein bis zwei Wochen“, prognostiziert Landwirt Konrad Westphale für die wichtige Nutzpflanze. Bislang habe das wechselhafte Wetter den Landwirten bei der diesjährigen Ernte nicht in die Hand gespielt. „Mindestens ein bis zwei Tage muss es trocken sein, damit man aufs Feld kann. Deshalb steht bei uns in der Region noch die Hälfte der Gerste auf dem Feld“, zeigt der Vorsitzende des Landvolk-Kreisverbands Hildesheim die Abhängigkeit der Landwirte vom Wetter auf.

Das Wetter werde in einigen Regionen zu Konsequenzen bei den Ernteergebnissen führen, ist sich Westphale sicher. Erste Berichte zeigen, dass die Erträge bei der Gerste zufriedenstellend sind. Jedoch sorgen gleichzeitig die Qualitätsmeldungen für Ernüchterung, auf vielen Standorten werden leichte Hektolitergewichte bemängelt. „Das könnte bedeuten, dass die Qualitäten nicht an die Werte der Vorjahre heranreichen werden. Wir müssen abwarten“, zeigt sich Westphale dennoch optimistisch, obwohl aufgrund zunehmender Ernteaktivität die Getreidepreise am Markt etwas nachgeben.

Anders sieht es derzeit am Rapsmarkt aus. Bedingt durch den erfreulichen Pflanzenölmarkt, aber auch durch die aktuelle Hitzewelle in Kanada zeigen die Rapspreise einen erneuten Aufwärtstrend. „Dieser wird durch die Tatsache verstärkt, dass das US-Agrarministerium eine weitere Absenkung der globalen Raps-Endbestände vorgenommen und somit eine knappe Versorgungslage in Aussicht gestellt hat“, erklärt Karl-Friedrich Meyer, Vorsitzender des Pflanzenausschusses im Landvolk Niedersachsen. 91 Prozent der Welt-Rapsproduktion erfolgt in der Europäischen Union, China, Kanada und Indien. Kanada führt die Liste der Exportländer mit über 18 Mio. t. an, Deutschland liegt auf Platz sechs mit gut 2,8 Mio. t (Stand 2019), Tendenz steigend.

Auch Niedersachsens Landwirte bauen verstärkt Raps an. Betrug die Erntefläche 2020 noch 78.300 Hektar (ha), so wird sie für 2021 auf gut 85.000 ha geschätzt – ein Plus von fast neun Prozent. „Die stark angezogenen Notierungen haben viele Landwirte veranlasst, entsprechende Vorkontrakte für die diesjährige, teilweise auch für die kommende Ernte 2022 abzuschließen. Der Rapsanbau erlebt eine Renaissance“, zeigt Meyer für diese für die Fruchtfolge mit Getreide so wichtige Pflanze auf. „Raps sieht nicht nur schön im Frühjahr aus, sondern fördert Struktur und biologische Aktivität des Bodens und dient der Humusbildung“, hofft Meyer auf eine gute Ernte. 2020 lag diese deutschlandweit bei 36,8 dt/ha. (LPD 54/2021)

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