Vorteilhafte Ackerbohnen und Futtererbsen

Vorteilhafte Ackerbohnen und Futtererbsen

Eiweißpflanzen nutzen dem Boden und dem Vieh

L P D – Bei Eiweißpflanzen denken viele Menschen an Soja, dabei liefern auch hiesige Kulturpflanzen ausreichend Eiweiß als Tierfutter sowie Basis für die menschliche Ernährung. Neben Sojabohnen zählen auch Ackerbohnen, Futtererbsen oder Süßlupinen dazu. Und nicht zuletzt liefern auch Getreide sowie der Presskuchen, der bei der Ölgewinnung von Rapsöl als Koppelprodukt anfällt, pflanzliches Eiweiß aus heimischer Erzeugung, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Die Eiweißpflanzen Ackerbohne, Futtererbe, Süßlupine und auch Sojabohne sind durchaus als Multitalente einzustufen, allerdings auch nicht ganz unproblematisch im Anbau. So benötigen beispielsweise Erbse und Bohne für die Keimung ihrer recht großen Saatkörner viel Wasser, aber sie mögen es auch gern warm. Dafür lockern sie enge getreidereiche Fruchtfolgen auf. Sie erhöhen die Biodiversität und wirken sich positiv auf die Bodenstruktur aus. Mit Hilfe ihrer Knöllchenbakterien machen sie Luftstickstoff nutzbar und tragen damit zugleich zur Verbesserung der Treibhausgasbilanz bei. Dennoch ist ihr Anbau eher als Nische zu bezeichnen. Niedersachsenweit wurden 2019 auf knapp 12.000 Hektar (ha) Hülsenfrüchte angebaut, die Hälfte davon waren Ackerbohnen. Daneben fallen im Agrarland Niedersachsen bei den Hülsenfrüchten nur noch die Futtererbsen mit gut 2.000 ha auf. Die Eiweißfrüchte sind züchterisch über viele Jahre nicht weiter bearbeitet worden, mittlerweile nimmt ihre Bedeutung wieder zu. Aktuell erschwert die geringe Palette zugelassener Pflanzenschutzmittel den Anbau, sind doch insbesondere Ackerbohnen sehr anfällig für Läuse. Bundesweit hat in jüngster Vergangenheit auch der Sojabohnenanbau zugelegt, wobei diese wärmeliebende Frucht bevorzugt in Bayern ausgewählt wird. Nicht zu vergessen aber sind Getreide wie Gerste oder Rapskuchen als Eiweißfutter. Sie gewinnen insbesondere mit dem steigenden Wunsch nach Futter ohne gentechnisch veränderte Pflanzen an Bedeutung und sind in dem Punkt dem Soja überlegen. (LPD 81/2019)