Den Teichwirten fehlen die Fische
Prädatoren setzen Teichwirtschaften zunehmend zu
L P D – Der Karpfen ist gefragt, doch den Teichwirten fehlen die Fische. Das teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Die Nachfrage nach regionalem Fisch steigt, gleichzeitig sinkt laut Statistischem Bundesamt die Zahl der Aquakulturbetriebe. 2025 wurden in Deutschland 16.600 Tonnen Fisch produziert, rund 6,3 Prozent weniger als im Durchschnitt der vorherigen fünf Jahre. Karpfen und Regenbogenforelle machten mehr als die Hälfte der Produktion aus. Besonders beim Karpfen fehlt es in diesem Jahr an Besatzfischen.
„Wir haben schon im Frühjahr gemerkt, dass nicht ausreichend Besatz vorhanden ist. Der Grund liegt in den beiden vorherigen Jahren“, berichtet Torben Heese, erster Vorsitzender des Landesfischereiverbandes. Kormorane, Reiher und Otter haben sich reichlich an den jungen Karpfen bedient. Vor allem der Otterbestand ist an seinen Teichen hoch. Das stellte die Tierärztliche Hochschule Hannover bei Untersuchungen fest: So wurden 2023 und 2024 an den 115 Hektar großen Aschauteichen jeweils mindestens 20 Tiere anhand von Kotproben nachgewiesen. Nur vier davon waren in beiden Jahren identisch. „Was in den vergangenen zwei Jahren an Nachwuchs durch Prädatoren verloren ging, fehlt uns jetzt als ausgewachsener Speisefisch“, sagt der Teichwirt. Wirtschaftlich lässt sich nur produzieren, wenn am Ende genügend Fische die Verkaufstheke erreichen.
Gute Wachstumsbedingungen können den aktuellen Mangel nicht vollständig ausgleichen. „Karpfen profitieren grundsätzlich von wärmeren Wassertemperaturen, weil sie länger wachsen und größere Gewichte erreichen können. Wenn der Besatz fehlt, können auch gute Bedingungen nicht vollständig genutzt werden“, sagt Heese. Gleichzeitig verlieren die Teiche durch warme, trockene Sommer schneller Wasser.
Für das kommende Jahr gibt es dennoch Hoffnung. „Die warmen Bedingungen waren grundsätzlich günstig für die Reproduktion. Es gibt in diesem Jahr also genug Nachwuchs. Entscheidend ist jetzt, wie viele dieser jungen Fische gut durch die kalte Jahreszeit kommen“, sagt Heese. Ob genügend Speisekarpfen im kommenden Jahr zur Verfügung stehen, wird sich damit erst nach dem Winter zeigen. (LPD 72/2026)
Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org