Düngerecht und Wasserschutz im Fokus
Bundesminister Alois Rainer besucht Versuchsfeld in Niedersachsen
L P D – Wie lassen sich wirksamer Grundwasserschutz und eine wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft besser miteinander verbinden? Antworten darauf soll ein langjähriger Feldversuch in Schwüblingsen liefern, den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer am Dienstag gemeinsam mit Landvolkpräsident Holger Hennies besucht hat. „Wir haben gezeigt, dass wir Lösungen erarbeiten, um Landwirtschaft und Wasserschutz noch besser unter einen Hut zu bekommen”, sagte Hennies nach dem Besuch. Daran sollte sich ein neues Düngerecht orientieren.
Mit der verfahrenen Situation in den Roten Gebieten, in denen höchstens 80 Prozent des Pflanzenbedarfs gedüngt werden durfte, seien sowohl Landwirte als auch Behörden und Politik unzufrieden. „Das ganze Verfahren ist juristisch angreifbar und wenig zielführend”, brachte es Hennies gegenüber dem Minister auf den Punkt. Das Versuchsfeld zeige, wie engagiert Wege für den Grundwasserschutz und die Landwirtschaft entwickelt würden. „Wir brauchen Lösungsansätze und keine pauschale Zwangsextensivierung”, spricht Hennies für seine Berufskollegen, die das Grundwasser bereits heute so gut wie möglich schützen.
„Gewässerschutz und eine leistungsfähige Landwirtschaft sind kein Widerspruch – im Gegenteil! Unsere Bauern haben hier schon viel geleistet, das uns heute nutzt“, betonte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Dass Landwirte, Wissenschaft und Behörden gemeinsam daran arbeiten, Verbesserungen zu erreichen, verdiene Anerkennung. Das Ziel müsse nun sein, den Gewässerschutz zu stärken und zugleich den Landwirten eine rechtssichere und praxistaugliche Grundlage für ihre Arbeit zu geben. Daran werde im Bundeslandwirtschaftsministerium unter Hochdruck gearbeitet – im Austausch mit Ländern, Verbänden, der Praxis und der Umweltseite. Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse seien dabei eine wichtige Grundlage, um das Düngerecht weiterzuentwickeln und Regelungen so auszugestalten, dass sie im Betriebsalltag umsetzbar sind.
Auf dem sechs Hektar großen Versuchsfeld mit begleitenden Sickerwasseruntersuchungen in Schwüblingsen validieren die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) die Bedarfswerte von vier verschiedenen Kulturen und testet Zwischenfruchtanbausysteme. Dort ist eine bis ins Detail durchgeplante Versuchsanlage entstanden: Auf vier Blöcken wird eine Fruchtfolge aus Kartoffeln, Sommergerste, Silomais und Winterroggen sowie verschiedenen Zwischenfruchtvarianten angebaut und mit einer gestaffelten Stickstoffdüngung versorgt. Das LBEG misst in 80 Zentimetern Tiefe mit Hilfe von mehr als 400 Saugsonden die Nitratgehalte im Sickerwasser und ermittelt die Nitratauswaschung parzellengenau.
Ansprechpartnerin: Wiebke Molsen, Tel.: 0511 3670476, wiebke.molsen@landvolk.org