Getreideernte läuft auf Hochtouren

Getreideernte läuft auf Hochtouren

Landvolk: Sorgen bereiten Markt und Politik

L P D – Die Getreideernte in Niedersachsen ist in vollem Gange. Den Auftakt machte die Wintergerste, deren Ernte inzwischen nahezu abgeschlossen ist. Auf mehr als 160.000 Hektar wurde sie in diesem Jahr angebaut – rund elf Prozent mehr als im Vorjahr. Mit durchschnittlich etwa 78 Dezitonnen pro Hektar bewegt sich ihr Ertrag auf Vorjahresniveau, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Nun ist die Ernte von Winterweizen, Triticale, Roggen, Winterraps und Sommergerste an der Reihe – erste Tendenzen sind schon erkennbar. Während die Wintergerste durchschnittliche Qualitäten erreicht, könnte insbesondere der Weizen qualitativ sogar überdurchschnittlich ausfallen. „Die Hitzewelle Ende Juni traf viele Bestände genau in der Kornfüllungsphase. Die Pflanzen gingen teilweise in eine Notreife, wodurch die Körner kleiner geblieben sind und weniger Stärke eingelagert haben. Das kann zu höheren Rohproteingehalten und damit zu guten Qualitätswerten führen, bedeutet aber auch deutliche Ertragseinbußen“, erläutert Konrad Westphale, Vorsitzender des Ausschusses für pflanzliche Erzeugnisse im Landvolk Niedersachsen.

Größere Ernteausfälle infolge der Hitze erwartet das Landvolk nicht. Deutlich schwerer wiegen regional die Schäden durch Hagel und Sturm. Nach ersten Schätzungen sind mindestens 100.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche betroffen. Besonders Raps-, Weizen-, Rüben- und Kartoffelbestände wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Für Westphale sind jedoch weder Hitze noch Starkregen die größten Herausforderungen für die Landwirtschaft. „Mit Wetterextremen umzugehen, gehört seit jeher zur Landwirtschaft. Darauf stellen sich die Höfe jedes Jahr neu ein“, betont er. Wesentlich größere Sorgen bereiteten die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Niedrige Erzeugerpreise stünden dauerhaft hohen Betriebsmittelkosten, höheren Energiekosten sowie steigenden Anforderungen durch Bürokratie, Düngerecht und Pflanzenschutz gegenüber. „Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen wieder mehr Vertrauen statt immer neuer Auflagen. Wer regionale Lebensmittel kauft, stärkt die heimische Landwirtschaft und sorgt mit dafür, dass die Erzeugung auch künftig in Niedersachsen eine Zukunft hat“, sagt Westphale abschließend. (LPD 55/2026)

Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org