Konditionalität, Ökoregelungen und digitale Kontrollen
Landvolk Podcast: GAP 2026 im Praxischeck
L P D – In der zweiten Folge der neuen Landvolk-Podcaststaffel zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und zum mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) geht es mitten hinein in die Praxis der aktuellen Antragsphase. Als Gesprächspartner ordnen Laura große Rebel, Fachreferentin Betriebswirtschaft bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, und Eike Christian Grupe, Referent für Struktur- und Förderpolitik des Landvolks Niedersachsen, die wichtigsten Änderungen für 2026 gemeinsam mit Moderatorin Wibke Langehenke ein.
„Ich würde behaupten, die aktuelle GAP-Förderperiode hat sich etwas eingependelt“, ordnet Grupe das aktuelle Geschehen ein. Statt grundlegender Vereinfachungen prägen vor allem kleinteilige Änderungen in einem insgesamt komplexen System das Bild.
Ein Schwerpunkt liegt 2026 auf Anpassungen bei der Konditionalität – verpflichtende Umwelt-, Klima- und Sozialstandards, die Landwirte einhalten müssen, um Direktzahlungen zu erhalten – so etwa beim Erhalt von Dauergrünland oder beim Schutz von Moorböden sowie Vorschriften zur Mindestbodenbedeckung. „Es sind oft nur kleine Anpassungen, aber die haben es in sich. Gerade wenn es um Genehmigungen oder Fristen geht“, hebt Laura große Rebel hervor und erklärt die neuen Regeln im Podcast ausführlich.
Auch der viel diskutierte „Omnibus III“, ein Vereinfachungspaket der EU-Kommission, ziele auf Entlastungen ab. Doch Grupe dämpft die Erwartungen: „Im Kern kratzen wir weiterhin an der Oberfläche. Der große Wurf ist bisher ausgeblieben.“ Viele der im Rahmen des „Omnibus III“ angekündigten Änderungen seien noch nicht in deutsches Recht überführt und kommen damit in der diesjährigen Antragsphase noch nicht zum Tragen. Darüber hinaus handle es sich dabei erneut um das Schaffen von Sonderausnahmen – und nicht um wirklichen Bürokratieabbau.
Die fortschreitende Digitalisierung der Kontrollen und die Beteiligung der Antragsteller sind weitere zentrale Punkte. Mit dem satellitenfotobasierten „Flächenüberwachungssystem“ und der FANi-App wird die Beteiligung der Betriebe immer wichtiger. „An der Nutzung der FANi-App führt kein Weg vorbei, wenn man sanktionsfrei an der Förderung teilnehmen will“, macht Grupe deutlich. Wer hier nicht mitziehe, riskiere Kürzungen bei den Direktzahlungen – bis hin zur Gesamtkürzung um 100 Prozent. Dabei hebt Grupe hervor, dass der Einsatz von Foto-Apps wie FANi ein Teil der Lösung sein kann, wenn man über Vereinfachung und Bürokratieabbau spricht. Klar ist aber auch, dass so etwas dann vor allem für freiwillige Maßnahmen genutzt wird und nicht für Basisanforderungen wie bisher.
Unterm Strich zeigt die zweite Folge: Die GAP bleibt komplex, auch wenn einzelne Stellschrauben gedreht wurden. Es braucht weiterhin politischen Einsatz, um echte Vereinfachungen auf verschiedenen Ebenen zu erreichen.
Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org