Landvolk fordert schnelles Wolfsmanagement
Deutlicher Unmut an Vorgehensweise: Echte Einbindung fehlt
L P D – Das Landvolk Niedersachsen zieht nach dem jüngsten Treffen des Dialogforums Wolf eine gemischte Bilanz. Zwar wird der Dialog grundsätzlich begrüßt, doch der Unmut über das Vorgehen der Landesregierung ist deutlich. Aus Sicht der Landwirte und Weidetierhalter fehlte es in den vergangenen Wochen an echter Einbindung. Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers, der zugleich als Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement auftritt, macht deutlich, dass die Geduld der Weidetierhalter weitgehend aufgebraucht ist. „Wir haben gleich zu Beginn des Dialogforums unseren Unmut geäußert, dass wir zu wenig eingebunden waren“, erklärt Ehlers gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.
So seien bereits vorab Änderungsvorschläge zum Entwurf des Bundesjagdgesetzes nach Berlin übermittelt worden, ohne diese im Dialogforum gemeinsam zu beraten oder abzustimmen. Es besteht der Eindruck, dass die Landesregierung versucht, die Bundesjagdgesetznovelle unnötig hinauszuzögern und die vom Bund vorgesehenen neuen Wolfsmanagementmöglichkeiten einzuschränken. „Wir müssen schnell einen niedersächsischen Wolfsmanagementplan aufstellen, der die Zukunft der Weidetierhaltung in Niedersachsen sichert“, fordert Ehlers. Entscheidend sei ein echtes Wolfsmanagement, das die Regulierung des Bestandes einschließt und über reine Einzeltier-Entnahmen nach Rissen hinausgeht. Ziel müsse es sein, den weiteren Populationsanstieg zu stoppen, der günstige Erhaltungszustand sei längst erreicht.
Als Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement unterstreicht Ehlers, dass das Bündnis die Vorschläge des Bundeskabinetts ausdrücklich unterstützt. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass Niedersachsen die Vorschläge des Bundes im weiteren Gesetzgebungsverfahren abschwächen könnte. „Minister Meyer muss zu seinen Worten stehen: kein weiteres Wachstum der Wolfspopulation in Niedersachsen und schnelle Entnahmen nach Rissen endlich rechtssicher ermöglichen.“
Konkret fordert das Landvolk ein Bestandsmanagement auf Basis jährlicher Populationsmodellierungen, wolfsfreie Weideschutzgebiete etwa an Deichen oder der Lüneburger Heide, sowie schnelle, rechtssichere Abschüsse nach Übergriffen. Gleichzeitig müsse der Herdenschutz entbürokratisiert und besser gefördert werden. Vom Land Niedersachsen erwartet das Landvolk, dass alle weiteren Schritte eng mit dem Dialogforum abgestimmt werden. (LPD 05/2026)
Silke Breustedt-Muschalla
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