Landwirte sichern Qualität, Transparenz und Tierwohl

Landwirte sichern Qualität, Transparenz und Tierwohl

Rindfleisch: Verlässliche Versorgung durch verantwortungsvolle Tierhaltung

L P D – Die Sicherheit der Lebensmittel genießt in Deutschland einen hohen Stellenwert. Grundlage dafür ist die sorgfältige Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte auf den Äckern und in den Ställen. Im Rindfleischausschuss des Landvolks Niedersachsen diskutierten die Praktiker daher intensiv über aktuelle Entwicklungen in der Rinderhaltung, um Tierwohl, Transparenz und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen. Im Rahmen der geplanten Änderungen der Viehverkehrsverordnung waren unter anderem die Anpassungen bei den Kennzeichnungsfristen sowie die zukünftige Rolle des Rinderpasses ein großes Thema.

„Ziel ist es, Prozesse zu vereinfachen und gleichzeitig Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherzustellen“, erläuterte Felix Müller, Vorsitzender des Rindfleischausschusses. Elektronische Ohrmarken könnten dabei eine unterstützende Rolle spielen. „Sie bieten die Chance, Tierdaten effizienter zu vernetzen und Arbeitsabläufe zu erleichtern“, erläuterte Müller. Der Bullenmäster ist sehr interessiert daran, ob der Nutzen in einem angemessenen Verhältnis zu den Kosten steht und wie ein echter Mehrwert – etwa durch zusätzliche Daten – geschaffen werden kann.

Auch beim Rinderpass zeigt sich, wie verantwortungsvoll die Branche mit Veränderungen umgeht. Während einige Landwirte auf bewährte Systeme setzen, sehen andere Vorteile in digitalen Lösungen. „Eine Umstellung kann nur dann erfolgen, wenn sie für alle Beteiligten – von den landwirtschaftlichen Betrieben bis hin zur Vermarktung – verlässlich funktioniert“, betont Müller.

Gleichzeitig steht die Landwirtschaft vor der Herausforderung, steigende Kosten, zusätzliche Anforderungen im Klima-, Umwelt- und Tierschutz sowie eine begrenzte Zahlungsbereitschaft an der Ladentheke zu vereinen. Trotz dieser Hürden setzt sich die positive Entwicklung aus 2025 am Rindfleischmarkt fort. Die Preise für R3-Jungbullen erreichen im ersten Quartal 2026 einen Durchschnitt von 7,18 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht und liegen somit über dem Jahresdurchschnitt von 2025, der 6,77 Euro betrug. „Diese Entwicklung spiegelt die stabile Nachfrage innerhalb der EU sowie das begrenzte Angebot wider“, sagt Müller.

Auch in der Zucht werden neue Akzente gesetzt. Bei sogenannten Beef-on-Dairy-Kreuzungen, bei der Milchkühe an Fleischrinderbullen angepaart werden, gewinnen Rassen wie Angus und INRA 95 zunehmend an Bedeutung. „Die Schwierigkeit dabei besteht darin, sowohl den Anforderungen der Milchviehhaltung als auch der Rindermast und dem Lebensmitteleinzelhandel gerecht zu werden“, stellt Müller fest. Der nächste Schritt sei daher Modelle für einen gemeinschaftlichen Erfolg zu entwickeln.

Ansprechpartnerin: Wiebke Molsen, Tel.: 0511 3670476, wiebke.molsen@landvolk.org