Landwirtschaft wird spezieller – Ausbildung bleibt vielseitig

Neue Ausbildungsordnung für Landwirte tritt im August 2027 in Kraft

L P D – Ob Ackerbau, Milchvieh- oder Schweinehaltung: Wer ab dem 1. August 2027 eine landwirtschaftliche Ausbildung beginnt, lernt nach einer neuen bundesweiten Ausbildungsordnung. Sie modernisiert die Ausbildung und erhält zugleich den vielseitigen Beruf des Landwirts. „Die neue Ausbildungsordnung spielt für Niedersachsen eine besondere Rolle”, betont Martin Roberg, Vorsitzender des Ausschusses Berufliche Bildung und Bildungspolitik im Landvolk Niedersachsen. Er ist hocherfreut, dass die Novellierung jetzt abgeschlossen ist.

Roberg, selbst Sauenhalter, wirkte als einer der Sachverständigen der Arbeitgeberseite an der Erarbeitung der neuen Ausbildungsordnung mit. Dank der konstruktiven Zusammenarbeit der an der Neuordnung beteiligten Akteure, unter anderem vom Deutschen Bauernverband und den Landesbauernverbänden, ist es gelungen, die Ausbildungsordnung behutsam zu modernisieren. Zugleich ist der vielseitige Universalberuf des Landwirts trotz zunehmender Spezialisierung auf den Höfen erhalten geblieben. Das wertet Roberg als großen Erfolg.

Denn die Landwirtschaft unterscheidet sich bundesweit regional stark. So gibt es im Norden Milchviehregionen, im Westen Regionen mit intensiver Schweinehaltung und reine Ackerbauregionen. Diese Vielfalt in einer bundesweit gültigen Ausbildungsordnung abzubilden, war nach Angaben Robergs eine der größten Herausforderungen.

Künftig werden sozioökonomische Kompetenzen in der Ausbildung stärker berücksichtigt: Berufliches Rollenverständnis, Selbstreflexion, Kommunikation und Kooperation erhalten mehr Gewicht. Pflanzenbau und Tierhaltung bleiben jedoch weiterhin zentrale Bestandteile der landwirtschaftlichen Ausbildung.

In Niedersachsen lag der Beruf Landwirt/in 2025 laut Landesamt für Statistik auf Platz 14 der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Insgesamt absolvieren jährlich rund 1.700 junge Menschen eine duale landwirtschaftliche Ausbildung. Dazu kommen rund 550 Schülerinnen und Schüler der einjährigen Berufsfachschule Agrarwirtschaft. Diese Schulform wird als erstes Ausbildungsjahr anerkannt.

„Mit der neuen Ausbildungsordnung ist die landwirtschaftliche Ausbildung jetzt zukunftsfähig aufgestellt”, ist Roberg überzeugt. Sie vermittle jungen Menschen die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten, um als Fachkräfte in der Landwirtschaft zu arbeiten oder sich anschließend beruflich weiter zu qualifizieren.

Die Pressemeldung des Deutschen Bauernverbands (DBV) ist unter Neue Ausbildungsverordnung Landwirt/-in veröffentlicht | dbv einzusehen. Die neue Ausbildungsordnung ist hier zu finden: Bundesgesetzblatt Teil I – Verordnung zur Neuordnung über die Berufsausbildung zum Landwirt und zur Landwirtin – Bundesgesetzblatt. (LPD 82/2026)

Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org