Maisernte startet: Regen kommt für einige Bestände zu spät
Große regionale Unterschiede bei Menge und Qualität – Trockenschäden belasten die Ernte
L P D – Die Maisernte in Niedersachsen ist angelaufen. Auf ersten Flächen sind bereits die Häcksler aktiv, während andernorts noch grüne Bestände stehen. Die lange Trockenphase im Sommer 2026 hat dem Mais in diesem Jahr allerdings deutlich zugesetzt: Regional vertrocknete er teilweise und musste vorzeitig gehäckselt werden. Die Maisernte zeigt daher in diesem Jahr ein sehr unterschiedliches Bild. Der späte Regen konnte zwar noch manches verbessern, die Auswirkungen der Trockenheit auf Ertrag und Qualität sind jedoch vielerorts nicht mehr rückgängig zu machen, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.
Im Emsland hat die Ernte rund zwei Wochen früher als üblich begonnen. Zwar ist dort ausreichend Pflanzenmasse vorhanden, die Kolben blieben aufgrund der Trockenheit jedoch häufig klein. Das wirkt sich auf die Qualität aus: Ein geringerer Korn- und Stärkeanteil bedeutet weniger Energie im Futter. Im Meller Raum rechnen die Landwirte mit einer durchschnittlichen Maislernte. Zwar habe der spät gelegte Mais nur kleine Kolben bilden können, der früh gelegte sehe hingegen sehr gut aus.
In der Region Cloppenburg haben sich Trockenheit und Hitze negativ auf die Entwicklung der eigentlich wärmeliebenden Maispflanze ausgewirkt – selbst innerhalb einzelner Schläge gab es große Unterschiede. Wo die Böden die Feuchtigkeit besser halten konnten, entwickelten sich die Bestände etwas besser, aber insgesamt fand kaum Kolbenbildung statt. Auf trockenen Standorten sind die Folgen daher deutlich sichtbar.
Etwas günstiger ist die Situation in der Region Oldenburg. Dank der besseren Wasserversorgung stehen dort vielerorts kräftige Maisbestände. Die Landwirte hoffen, bei den noch stehenden Flächen den Trockensubstanzgehalt der Gesamtpflanze von 30 bis 35 Prozent zu erreichen. Die jüngsten Niederschläge haben teilweise auch noch zur weiteren Kolbenentwicklung beigetragen.
Für Niedersachsens Landwirte ist Mais eine wichtige Kultur. Als Silomais bildet er die Grundlage für die Fütterung von Rindern und Milchkühen. Zudem wird er in Biogasanlagen eingesetzt. Umso wichtiger ist es in diesem Jahr, den richtigen Erntezeitpunkt zu treffen und die vorhandene Qualität bestmöglich zu sichern.
Bis Mitte Oktober werden daher Häcksler sowie Schlepper mit Ladewagen auf den Straßen unterwegs sein. Das Landvolk bittet alle Verkehrsteilnehmer um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme. Die breiten und langsam fahrenden Erntegespanne benötigen ausreichend Platz. Gerade bei Dämmerung und Dunkelheit sind gute Beleuchtung und erhöhte Aufmerksamkeit beiderseits wichtig.(LPD 71/2026)
Ansprechpartnerin: Silke Breustedt-Muschalla, Tel.: 0511 3670483, silke.breustedt-muschalla@landvolk.org