McCain Kartoffelfabrik in Mehrum geplatzt
Landvolk fordert Niedersachsen zum Handeln auf
L P D – Dass der kanadische McCain-Konzern seine Pläne für den Bau einer großen Fabrik für Kartoffel-Tiefkühlprodukte in Mehrum aufgegeben hat, stößt bei den Landwirten auf große Ernüchterung. „Wir bedauern es sehr, dass diese zusätzliche Wertschöpfung nicht in die Region kommt“, sagt Karl-Friedrich Wolff von der Sahl, Vorsitzender des Niedersächsischen Landvolks Braunschweiger Land. Für die Landwirtschaft und das Land Niedersachsen sei es ein sehr schlechtes Zeichen, dass der Standort Niedersachsen für die Verarbeitungs-Industrie zunehmend unattraktiv sei und neue Ansiedlungen gar nicht erst kämen.
„Marktpreise sind das eine, aber unsere selbst gemachten Kosten sind das andere“, sagt der Landwirt aus Königslutter. Für viele Landwirte in den Regionen Südniedersachsens – von Hildesheim über das Braunschweiger Land und Peine bis hin zur Region Hannover – sei dies jedoch ein Hoffnungsschimmer gewesen. „Wir müssen dringend an unserer Wettbewerbsfähigkeit auch bei der Ansiedlung von Industrieanlagen arbeiten“, sagt Wolff von der Sahl. Die Baukosten und die Kostenstruktur insgesamt sei in Niedersachsen deutlich zu hoch. Das zeige auch die Absage der Ansiedlung von McCain.
„Es wichtig, dass solche Ansiedlungen wieder möglich gemacht werden“, sagt Wolff von der Sahl. Nach Nordzucker, die die Verarbeitung von Erbsen gestoppt hätten, sei dies nun das zweite Fiasko. Zudem ächzten auch Mühlen, Mälzer und Brauereien unter dem wirtschaftlichen Druck oder gäben auf. „Da müssen wir konkurrenzfähiger werden und da muss das Land jetzt die Initiative ergreifen und die Kostenstrukturen für den Betrieb und neue Investitionen sowohl für die Landwirtschaft als auch für die verarbeitende Industrie deutlich senken“, forderte Wolff von der Sahl. Reformen des Bau- und Immissionsrechtes für Gewerbe und Landwirte seien dringend notwendig, sonst sei der Standort Niedersachsen und die nachhaltige Versorgungssicherheit in ernster Gefahr.
Ansprechpartnerin: Wiebke Molsen, Tel.: 0511 3670476, wiebke.molsen@landvolk.org