Mehr Planungssicherheit für Ökobetriebe
Vorgaben sollen realitätsnaher werden / Landvolk findet Gehör
L P D – Gleich mehrere Anliegen des Fachausschusses ökologischer Landbau im deutschen Bauernverband finden sich inzwischen in Vorschlägen der Kommission zur Weiterentwicklung der EU-Öko-Verordnung wieder. Der Ausschuss hatte die Themen intensiv bearbeitet und in die politische Diskussion eingebracht. „Das zeigt, dass sich unsere fachliche Arbeit lohnt und unsere Anliegen auf Bundes- und europäischer Ebene ernst genommen werden“, sagt Carsten Bauck, Vorsitzender des Ausschusses Ökolandbau im Landvolk Niedersachsen. Für die ökologisch wirtschaftenden Landwirtinnen und Landwirte bedeutet dies mehr Planungssicherheit und verlässlichere, umsetzbare Rahmenbedingungen.
Besonders deutlich werden die eingebrachten Änderungen bei der Geflügelhaltung. Nach dem aktuellen Entwurf der EU-Kommission soll beispielsweise die ursprünglich vorgesehene Begrenzung der Betriebsgröße zurückgenommen werden. Auch die Vorgaben für Junggeflügel sollen realitätsnäher werden: Für die Voraufzucht soll künftig nicht zwingend ein Grünauslauf vorgehalten werden müssen. „Die Küken werden zunächst aufgezogen und anschließend auf die vorgesehenen Auslaufflächen gebracht, so wie es gelebte und tierwohlgerechte Praxis ist. Eine Verpflichtung zum Grünauslauf während der Voraufzucht wäre unter den tatsächlichen Bedingungen kaum sinnvoll gewesen“, erläutert Bauck.
Weitere Änderungen betreffen die Wartezeiten nach Parasitenbehandlungen, bei denen keine gesetzliche Mindestwartezeit vorgeschrieben ist. Im Ökolandbau muss nach einer solchen Behandlung 48 Stunden bis zur Vermarktung der Lebensmittel gewartet werden. Diese Einschränkung soll nun wegfallen. Außerdem soll in der Schweine- und Geflügelhaltung die Zufütterung von bis zu fünf Prozent konventioneller Eiweißfuttermittel bis 2036 möglich bleiben, um Zeit für die Entwicklung geeigneter ökologischer Alternativen zu gewinnen. Auch bei der Auslaufüberdachung sieht der Entwurf mehr Spielraum vor. Eine Überdachung von mehr als 50 Prozent soll möglich sein, sofern der Charakter des Auslaufs erhalten bleibt.
„Das sind wichtige Schritte für eine zukunftsfähige ökologische Landwirtschaft. Umso erfreulicher ist es, dass unsere fachlichen Anliegen auf Bundes- und EU-Ebene aufgegriffen werden“, betont der Ausschussvorsitzende. Die Vorschläge fließen nun in die anstehenden Trilogverhandlungen ein, die im Herbst beginnen. (LPD 78/2026)
Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org
Quelle: Die Entwicklung des ökologischen Landbaus in Deutschland: BZL