Nährstoffbericht: Ministerium auf dem Irrweg
„Angriff auf das amtliche Versuchswesen“ – Landvolk kritisiert geplante Ursachenkommission
L P D – Der vor kurzem vorgestellte Nährstoffbericht bestätigt: Der landesweite Stickstoff-Düngesaldo liegt weiterhin deutlich unter den zulässigen Werten, und auch die Stickstoff-Flächenbilanz erreicht seit Jahren niedrigste Werte, was auch im Nährstoffbericht von der Düngebehörde (S. 47) konstatiert wird: „Die ungewöhnlich niedrige N-Flächenbilanz von aktuell 17 kg N/ha (Kilogramm Stickstoff pro Hektar) steht im Zusammenhang mit dem stetigen Rückgang der N-Zufuhr mit organischen und mineralischen Düngemitteln und einer N-Düngung, die sich weit unterhalb des N-Düngebedarfs bewegt“. Gleichzeitig kündigt Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte aber an, die Düngebedarfswerte überprüfen und weiter absenken zu wollen.
Für Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies ist das der falsche Weg. „Das Ministerium befindet sich auf einem Irrweg“, kritisiert er. „Düngebedarfswerte werden auf wissenschaftlicher Basis von den Landwirtschaftskammern und den Landesanstalten der Bundesländer in Feldversuchen ermittelt und regelmäßig überprüft.“ Das gerade in Ostniedersachsen, wo die Düngebilanzen seit Jahren unter anderem durch die Auflagen in den Roten Gebieten auf einem bedenklich niedrigen Niveau sind, durch politische Vorgaben die Düngung noch weiter abgesenkt werden soll, stößt bei Landwirten und Getreideverarbeitern auf großes Unverständnis.
Aus Sicht des Landvolks muss stattdessen ergebnisoffen untersucht werden, welche Faktoren tatsächlich für die Belastungen von Grund- und Oberflächengewässern verantwortlich sind. Das nur 3 Prozent der Oberflächengewässer in Niedersachsen als „in einen chemisch guten Zustand“ bewertet werden, liege vor allem an einem sehr niedrigen EU-Grenzwert für Quecksilber (Haupteintragsquelle Straßenverkehr).
Die Ursache dürfe nicht von vornherein allein in der Landwirtschaft gesucht werden. „Die Zahlen belegen, dass die Betriebe geliefert haben. Willkürliche politische Eingriffe hingegen gefährden die Fruchtbarkeit unserer Böden, die Qualität unserer Agrarprodukte und die Existenz unserer sehr nachhaltig wirtschaftenden Betriebe sowie der vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche und somit mittelfristig unsere Versorgungssicherheit“, so Hennies. Das Landvolk fordert deshalb einen Kurswechsel. Statt zusätzlicher Bürokratie brauche es eine faktenbasierte Analyse der vorhandenen Daten und politische Entscheidungen, die Gewässerschutz und eine wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft gleichermaßen ermöglichen. (LPD 45/2026)
Ansprechpartnerin: Silke Breustedt-Muschalla, Tel.: 0511 3670483, silke.breustedt-muschalla@landvolk.org