Obstbauern schlagen Alarm: Heimisches Obst unter Druck

Obstbauern schlagen Alarm: Heimisches Obst unter Druck

Landvolk unterstützt Brandbrief der Obstbauern und warnt vor dem Verlust regionaler Produktion

L P D – Mit einem eindringlichen Brandbrief schlagen die deutschen Obstbauern Alarm. Der Vorstand der Bundesfachgruppe Obstbau im Bundesauschuss Obst und Gemüse warnt vor dem fortschreitenden Verlust der heimischen Obstproduktion. Unterzeichnet wurde der Appell auch von Claus Schliecker, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau sowie Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau im Landvolk Niedersachsen, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

„Die Frage ist so einfach wie unbequem: Wollen wir in Deutschland überhaupt noch heimisches Obst?“, greift Schliecker die Kernbotschaft des Schreibens auf. Hochwertiges Obst aus Deutschland werde zunehmend von günstigen Importen verdrängt, während die Produktionskosten – insbesondere durch steigende Löhne – weiter zunähmen. „Hier fehlen Sonderregelungen für arbeitsintensive Sonderkulturen“, erklärt Schliecker mit Blick auf die Politik. Besonders deutlich zeige sich diese Schieflage bei Süßkirschen, Zwetschen, Heidelbeeren und Erdbeeren.

Für Niedersachsen hat diese Entwicklung eine besondere Tragweite. Mit dem Alten Land liegt hier das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas. Tausende Arbeitsplätze in Anbau, Lagerung, Vermarktung und Verarbeitung sowie eine über Generationen gewachsene Kulturlandschaft hängen unmittelbar vom Obstbau ab.

Nach Angaben der Bundesfachgruppe verschwindet in Deutschland inzwischen etwa alle zwei Tage ein Obstbaubetrieb. „Unsere Betriebe produzieren nach höchsten Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards. Wer Regionalität und Versorgungssicherheit will, muss heimische Erzeugung auch wirtschaftlich ermöglichen“, betont Schliecker.

Mit ihrem Brandbrief appellieren die deutschen Obstbauern an Politik, Handel und Verbraucher, sich bewusst für heimisches Obst zu entscheiden. „Was heute verschwindet, lässt sich morgen nicht einfach wieder aufbauen“, warnt Schliecker. Gerade für das Alte Land und den Obstbau in Niedersachsen gehe es deshalb um weit mehr als „nur“ um einzelne Betriebe – es gehe um die Zukunft einer regionalen Lebensmittelproduktion mit kurzen Transportwegen, hoher Qualität und nachhaltiger Wertschöpfung. (LPD 56/2026)

Download Brandbrief (pdf)

Ansprechpartnerin: Silke Breustedt-Muschalla, Tel.: 0511 3670483, silke.breustedt-muschalla@landvolk.org