Pflanzen gegen Krankheiten für die Zukunft fit machen
Ausbildung zum Pflanzentechnologen – 12 grüne Berufe in Niedersachsen
L P D – Einen höheren Ertrag oder eine geringere Anfälligkeit gegen Krankheiten zu erreichen – dieses Ziel verfolgen Pflanzenzüchterinnen und Pflanzenzüchter mit ihrer Arbeit. Gut zehn bis 15 Jahre kann es dauern, bis eine neue Sorte, die diese Voraussetzungen erfüllt, in die Sortenliste eingetragen wird. Während dieser Zeit beobachten und untersuchen Pflanzentechnologen die Sortenversuche genau. Sie erarbeiten im Feldversuchswesen, im Gewächshaus, im Labor oder im Zuchtgarten die Grundlagen dafür, was in den kommenden Jahren auf unseren Feldern und Weiden wächst. Unter den zwölf grünen Berufen in Niedersachsen haben sich die Zahlen im Ausbildungsberuf des Pflanzentechnologen bzw. Pflanzentechnologin auf niedrigem Niveau von 49 im Jahr 2016 auf 76 im vergangenen Jahr gesteigert.
„Wenn es diesen Beruf schon zu meiner Ausbildungszeit gegeben hätte, dann hätte ich mich auf jeden Fall dafür entschieden“, sagt Bernd Luers, Leiter der Versuchsstation der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Wehnen. Ihn begeistert vor allem der Einsatz der vielfältigen Technik. Insgesamt gibt es sieben Einsatzgebiete, auf die sich die Auszubildenden während ihrer dreijährigen Ausbildung spezialisieren können: Feldversuchswesen, Saatgutwesen, Zuchtgarten, Gewächshaus, Kulturlabor, Untersuchungslabor und Pflanzenschutz. „Jeder Ausbildungsbetrieb bietet mindestens zwei Schwerpunkte an, bei uns sind es das Feldversuchswesen und die Pflanzenschutzversuche“, erläutert Luers. In Kleinstparzellen werde dann je nach Versuchsaufbau und Fragestellung unterschiedlichste Technik eingesetzt. „Vom Maishäcksler über den Mähdrescher bis zum Grünlandvollernter setzen wir alle Maschinen ein – nur etwas kleiner als in Praxisbetrieben“, sagt Luers mit einem Augenzwinkern.
Die Abwechslung der Arbeit auf dem Feld, im Büro oder im Labor schätzt auch der Auszubildende Joost Funke aus Varel, der sich im zweiten Ausbildungsjahr befindet. „Es hat mich interessiert, wie Sortenempfehlungen zustande kommen und wie die Versuche dazu ablaufen“, nennt er seine Motivation. Für ihn ist es spannend, dazu beizutragen, dass neueste Erkenntnisse in die Empfehlungen an die Landwirte in puncto Düngung, Pflanzenschutz und Sortenwahl einfließen. Und auch wenn seine Lieblingspflanze – die Ackerbohne – auf seinem Ausbildungsbetrieb nicht angebaut wird, kann er sich auch für Gerste, Weizen, Triticale, Roggen, Raps und Silo- sowie Körnermais begeistern.
Abwechslung in die Ausbildung bringt auch der Berufsschulunterricht, der in Blockform in der Berufsbildenden Schule Einbeck stattfindet. Sie ist bundesweit als Bundesfachschule für alle Auszubildenden im Beruf Pflanzentechnologe zuständig. Weitere Informationen vermitteln die Videos unter https://www.bbs-einbeck.de/pflanzentechnologen/ und https://www.youtube.com/watch?v=Ro1YzSRzuVk . Ein Flyer zum Ausbildungsberuf steht im Downloadcenter bereit. (LPD 05/2026)
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