Regionale Lebensmittelproduktion sichern
Landvolk unterstützt Petition für schnellere Zulassung innovativer Wirkstoffe im Pflanzenschutz
L P D – Damit Lebensmittel auch künftig vor Ort in Niedersachsen erzeugt werden können, braucht die Landwirtschaft verlässliche Rahmenbedingungen und wirksame Werkzeuge. Dazu zählt auch ein innovativer Pflanzenschutz. Das Landvolk Niedersachsen unterstützt daher die gemeinsame Petition „Damit regionale Lebensmittel Zukunft haben“, mit der ein breites Verbändebündnis eine Reform der Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel fordert.
„Wir brauchen Lösungen, die in der Praxis funktionieren. Wenn Wirkstoffe wegfallen, gleichzeitig aber kaum neue zugelassen werden, geraten unsere Betriebe zunehmend unter Druck“, sagt Konrad Westphale, Vorsitzender des Ausschusses für pflanzliche Erzeugnisse im Landvolk Niedersachsen. Gerade bei Problemunkräutern wie Ackerfuchsschwanz und Erdmandelgras fehlten bereits heute wirksame Möglichkeiten. Das Landvolk hatte deshalb zuletzt mehr Forschung und Entwicklung sowie eine zügigere Zulassung wirksamer Pflanzenschutzmittel gefordert.
Nach den Vorstellungen des Landvolks geht es dabei nicht um einen Pflanzenschutz ohne Regeln, sondern um ein wissenschaftsbasiertes und effizientes Zulassungssystem, das gesetzliche Fristen tatsächlich einhält. Derzeit werden zur Bekämpfung kritischer Schaderreger immer wieder Notfallzulassungen für einen kurzen Zeitraum erlassen, damit Totalausfälle vermieden können. Zur Sicherung der heimischen Lebensmittelerzeugung ist die Landwirtschaft auf die Notfallzulassungen angewiesen. Allerdings ist dieser Weg nicht nachhaltig und führt zu immer weniger Planungssicherheit.
„Unsere Landwirtinnen und Landwirte müssen mit neuen Schaderregern, Krankheiten und Wetterextremen umgehen können. Dafür brauchen sie die passenden Instrumente“, betont Westphale. Werden Produktionsmöglichkeiten hierzulande eingeschränkt, bestehe die Gefahr, dass Erzeugung in andere Regionen abwandert. „Wer regionale Lebensmittel kauft, stärkt die heimische Landwirtschaft und sorgt mit dafür, dass die Erzeugung auch künftig in Niedersachsen eine Zukunft hat“, hatte Westphale bereits im Zusammenhang mit den Ernteergebnissen 2026 hervorgehoben.
Die Petition richtet sich an die Bundesregierung und fordert zugleich ein stärkeres Engagement Deutschlands für Verbesserungen im europäischen Zulassungssystem. Sie kann ab sofort unter https://www.openpetition.de/petition/online/damit-regionale-lebensmittel-zukunft-haben unterzeichnet werden. (LPD 80/2026)
Ansprechpartnerin: Silke Breustedt-Muschalla, Tel.: 0511 3670483, silke.breustedt-muschalla@landvolk.org