Schweinepreis im Sinkflug: Es reicht – jetzt müssen Taten folgen!

Landvolk fordert Umsetzung politischer Zusagen und mehr Verantwortung von Schlachtunternehmen, Gastronomie und Handel

L P D – Erneut ist der Schweinepreis um acht Cent auf nur noch 1,32 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht gesunken. Für Niedersachsens ohnehin wirtschaftlich stark belasteten Schweinehalter verschärft sich damit die Situation weiter. Das Landvolk Niedersachsen fordert von Politik, Schlachtunternehmen und Gastronomie endlich konkrete Maßnahmen, um die heimische Schweinehaltung zu sichern.

„Es reicht uns! Es wurde genug geredet und debattiert. Wir warten auf Umsetzung und Handeln“, macht Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen und Vorsitzender des Ausschusses Veredlung, deutlich.

Um wirtschaftlich arbeiten zu können, benötigten die Schweinehalter mindestens 2,20 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. „Den Betrieben rinnt das Geld durch die Hände. Die Liquidität wird immer knapper. So kann es nicht weitergehen!“, sieht Ehlers Marktpartner und Politik in der Pflicht, endlich aktiv zu werden. Es geht um die Zukunft unserer Schweinehalter. Wir können nicht länger warten!“

Seit Monaten diskutieren Politik, Landwirtschaft, Handel und Schlachtunternehmen über Lösungsansätze. Das Landvolk hat dazu zahlreiche Gespräche geführt und Vorschläge unterbreitet. „Wir haben gemeinsam Kennzeichnungssysteme und Siegel auf den Weg gebracht. Jetzt müssen alle Beteiligten auch zu ihrem Wort stehen. Sonst stellt sich die Frage, ob diese Siegel künftig überhaupt noch für Schweinefleisch aus deutscher Haltung stehen können“, warnt Ehlers und sieht vor allen jene Unternehmen in der Pflicht, die noch nicht bei ITW und bei 5xD mitmachen.

Gefordert seien insbesondere die Politik, die großen Schlachtunternehmen und die Gastronomie. Dringend notwendig sei die Umsetzung angekündigter Maßnahmen, darunter die Weiterentwicklung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes. Auch in Restaurants und öffentlichen Kantinen müsse heimisches Schweinefleisch stärker berücksichtigt werden. Gleichzeitig sind faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber Importware, die unter anderen Haltungsbedingungen erzeugt wurde, nötig.

„Wer sich zur deutschen Landwirtschaft und zu höheren Tierwohlstandards bekennt, muss auch danach handeln. Wir brauchen Entscheidungen statt weiterer Ankündigungen. Die Politik muss liefern, und auch Schlachtunternehmen, Handel und Gastronomie müssen Verantwortung übernehmen“, appelliert Ehlers, der andernfalls Proteste seitens der Bauern nicht für ausgeschlossen hält. Denn ohne konkrete Unterstützung drohe die wirtschaftliche Grundlage vieler Schweinehalter in Niedersachsen und Deutschland verloren zu gehen. (30.10.2026)

Ansprechpartnerin: Silke Breustedt-Muschalla, Tel.: 0511 3670483, silke.breustedt-muschalla@landvolk.org