UN-Jahr der Landwirtin im Landvolk-Podcast
Hofnachfolge: Zwei Unternehmerinnen berichten von ihrem Weg in den Betrieb
L P D – Wie gelingt eine erfolgreiche Hofnachfolge? Welche Rolle spielen Familie, Geschwister und Partner bei der Übergabe eines landwirtschaftlichen Betriebes? Diesen Fragen widmet sich Moderatorin Wibke Langehenke in der zweiten Folge der Podcastreihe zum UN-Jahr der Landwirtin. Zu Gast sind die landwirtschaftlichen Unternehmerinnen Dorothee Möller aus Hessisch Oldendorf und Christina Heidkamp-Heineke aus der Hildesheimer Börde. Beide engagieren sich im Arbeitskreis landwirtschaftliche Unternehmerinnen und berichten offen von ihren persönlichen Erfahrungen auf dem Weg in die Betriebsverantwortung.
Der Entschluss zur Hofübernahme stand bei beiden nicht von Anfang an fest. Christina Heidkamp-Heineke absolvierte zunächst eine Bankausbildung, bevor sie sich für ein Agrarstudium entschied. Als klar wurde, dass ihr Bruder den Betrieb nicht übernehmen würde, traf sie ihre Entscheidung. „Dann habe ich gesagt: Okay, dann mache ich das “, erinnert sie sich.
Auch bei Dorothee Möller entwickelte sich die Hofnachfolge schrittweise. In ihrer Familie mit drei Töchtern habe es nie die Erwartung gegeben, dass eine von ihnen den Betrieb übernehmen müsse. „Wir haben uns hingesetzt und gesagt: Wer von uns hat Lust, das weiterzumachen?“, berichtet sie. Für sie stand schließlich fest: „Ich möchte, dass es weitergeht.“
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Bedeutung von Kommunikation innerhalb der Familie. Beide Unternehmerinnen betonen, dass eine erfolgreiche Hofübergabe nur gelingen könne, wenn offen miteinander gesprochen werde. Möller bringt es auf den Punkt: „Wir wollten danach auf jeden Fall weiter miteinander reden können.“ Ihre ältere Schwester ist heute sogar die Steuerberaterin des Betriebes.
Auch Christina Heidkamp-Heineke blickt positiv auf den Übergabeprozess zurück. „Wir haben uns an einen Tisch gesetzt, haben alles durchgesprochen und können uns heute noch gut in die Augen gucken“, sagt sie mit Stolz.
Beim Thema Frauen in Führungspositionen sehen beide deutliche Fortschritte. Vorbehalte habe sie selbst kaum erlebt, berichtet Heidkamp-Heineke. Möller ergänzt: „Wenn jemand auf den Hof kommt und meinen Vater fragt, sagt er nur: Meine Tochter ist hier die Chefin.“
Dennoch bleiben Herausforderungen. Vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Betriebsführung beschäftigt die Unternehmerinnen. Unterstützungsmöglichkeiten für Betriebsleiterinnen mit kleinen Kindern seien noch unzureichend, ebenso wie der Mutterschutz für Selbstständige.
Für die Zukunft wünschen sich beide vor allem eines: dass weibliche Betriebsleitungen zur Selbstverständlichkeit werden. „Ich hoffe einfach, dass wir in zehn Jahren nicht mehr so viel darüber reden müssen“, sagt Dorothee Möller. Die steigenden Zahlen von Frauen in Ausbildung und Studium stimmen sie dabei optimistisch.
Die nächste Podcastfolge widmet sich einem weiteren Lebensmodell in der Landwirtschaft: dem Einstieg auf einen Betrieb durch Einheirat und den damit verbundenen Chancen und Herausforderungen. (LPD 45/2026)
Ansprechpartnerin: Alisha Trilling, Tel.: 0511 3670431, alisha.trilling@landvolk.org