Winterdienst: „Erst räumen, dann streuen“

Winterdienst: „Erst räumen, dann streuen“

Landwirte unterstützen die Bauhöfe der Städte und Gemeinden

L P D – Nachts Schneefall, früh morgens Räumdienst und tagsüber freie Straßen – so sieht der ideale Wintertag für Maximilian Grass aus. Der 26-jährige Lohnunternehmer aus Burgwedel in der Region Hannover ist seit Weihnachten mit fünf Mitarbeitern auf Treckern mit Räumschild und Salzstreuer im Dauereinsatz. Zusätzlich halten drei Mitarbeiter die Fußwege per Hand frei. „Es ist zwar mehr Schnee als in den Vorjahren, mit guter Vorbereitung lässt sich das aber bewältigen“, fasst er die Situation zusammen. Drei bis vier verschiedene Wetterberichte und der Blick in den hundertjährigen Kalender helfen ihm bei der Planung. „Mit den Jahren bekommt man ein Gefühl dafür, wie viel Salz eingesetzt werden muss“, lautet seine Erfahrung. Der wichtigste Grundsatz dabei: „Erst räumen, dann streuen.“ Alles andere sei Salzverschwendung.

Diese langjährige Routine hat auch dazu beigetragen, die Einschränkungen der Bevölkerung durch den starken Wintereinbruch am Freitag einzudämmen. „Die Leute sind dankbar und zuvorkommend, sie denken mit und lassen uns unsere Arbeit machen“, freut sich Grass. Ihm macht der Winterdienst Spaß, besonders, wenn er außerhalb der Rushhour morgens zwischen 6 und 8 Uhr oder abends ab 17 Uhr auf die Straße muss. Zu seinen Auftraggebern gehören vor allem Gewerbebetriebe mit großen Parkplätzen, Supermärkte oder ältere Privatpersonen, die ihre großen Grundstücke nicht mehr räumen können.

In der Region Hannover unterstützen etwa 50 Landwirte des Maschinenrings Hannover Land die Bauhöfe der Städte und Gemeinden. „Das ist ein guter Nebenverdienst in der sonst arbeitsarmen Zeit“, bestätigt Grass. Berufskollegen mit Tierhaltung räumen meist, bevor sie morgens in den Stall gehen, um die Tiere zu versorgen und bei Bedarf auch tagsüber. Bei allem Engagement bittet Stefan Neumann vom Maschinenring Hannover Land um Verständnis für die „Freunde mit der orangen Rundumleuchte“. „Auch wenn es alle eilig haben, muss keiner vor einem Räumfahrzeug einscheren“, plädiert er für ein gutes Miteinander. Unter den Landwirten herrsche dieses jedenfalls. „Alle sind gut vorbereitet und wenn doch mal das Salz knapp wird, dann helfen wir uns untereinander aus“, betont Neumann. (LPD 03/2026)

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