Blauzungenkrankheit: Landvolk empfiehlt Bestände zu schützen
Es besteht keine Kreuzimmunität zwischen den auftretenden Serotypen 3 und 8
L P D – Mit dem ersten Nachweis des Serotyps BTV-8 in einer Rinderhaltung im Landkreis Göttingen ist die Blauzungenkrankheit in Niedersachsen erneut angekommen. Für das Landvolk Niedersachsen ist die Botschaft eindeutig: Die Impfung bleibt derzeit die einzige wirksame Möglichkeit, Tierbestände zu schützen und die Auswirkungen der Tierseuche zu begrenzen.
Durch den Ausbruch liegt inzwischen eine Vielzahl niedersächsischer Landkreise ganz oder teilweise innerhalb der 150-Kilometer-Handelsrestriktionszone. Für Tierhalter ergeben sich dadurch Einschränkungen beim Verbringen empfänglicher Tiere in bislang BTV-8-freie Gebiete.
„Wir appellieren an alle Halter von Rindern, Schafen und Ziegen, ihre Tiere jetzt impfen zu lassen. Auch wenn die Blauzungenkrankheit bereits in Niedersachsen nachgewiesen wurde, ist eine Impfung nach wie vor der beste und derzeit einzige wirksame Schutz, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern und die Ausbreitung einzudämmen“, betont Frank Kohlenberg, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen und selbst Milchviehhalter.
Wichtig ist dabei: Zwischen den einzelnen Serotypen besteht keine Kreuzimmunität. Eine Impfung gegen einen Serotyp schützt daher nicht vor einer Infektion mit einem anderen. Die Fachbehörden empfehlen, Wiederkäuer auch 2026 weiterhin gegen den Serotyp BTV-3 zu impfen und zusätzlich einen Impfschutz gegen BTV-8 aufzubauen. Gegen BTV-8 stehen mehrere zugelassene Impfstoffe zur Verfügung. Da in Teilen Europas außerdem der Serotyp BTV-4 vorkommt, können Tierhalter alternativ auch auf Kombinationsimpfstoffe gegen BTV-4 und BTV-8 zurückgreifen.
„Viele Betriebe haben die dramatischen Folgen der Blauzungenkrankheit in den vergangenen Jahren bereits erlebt – von wirtschaftlichen Schäden bis hin zu Tierverlusten. Deshalb sollten wir jetzt alle verfügbaren Möglichkeiten nutzen, um unsere Herden bestmöglich zu schützen“, so Kohlenberg. Das Landvolk verweist darauf, dass Tierhalter sich spätestens jetzt mit ihren Hoftierärzten abstimmen sollten, um den passenden Impfschutz für ihre Bestände sicherzustellen. (LPD 56/2026)
Ansprechpartnerin: Silke Breustedt-Muschalla, Tel.: 0511 3670483, silke.breustedt-muschalla@landvolk.org