Bremst der EEG-Entwurf Biogas komplett aus?
Landvolk fordert mehr Spielraum für flexible Stromerzeugung
L P D – Endlich bewegt sich etwas. „Mit Blick auf die noch zu erteilende beihilferechtliche Genehmigung durch die EU-Kommission ist es aber auch höchste Zeit“, kommentiert Alexander von Hammerstein, Vorsitzender des Ausschusses für Erneuerbare Energien im Landvolk Niedersachsen, den Referentenentwurf zum Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) 2027. Er erwartet im weiteren Gesetzgebungsverfahren wesentliche Verbesserungen für die Landwirtschaft.
Besonders beim Biogas bleibt der Entwurf hinter den Erwartungen der Landwirtinnen und Landwirte zurück. „Die Anhebung des Maisdeckels auf 30 Prozent ist zu niedrig“, nennt von Hammerstein ein Beispiel. Er müsse wie im Gebäudemodernisierungsgesetz auf 40 Prozent angehoben werden oder noch besser: komplett gestrichen werden. Auch die Ausschreibungsmengen und die sogenannte Flexprämie reichten mit Blick auf die erforderliche Flexibilisierung der Anlagen bei Weitem nicht aus. „Gerade das ist aber entscheidend, wenn die Biogasanlagen die Stromerzeugung von Wind und Sonne ausgleichen und sich nach dem Energiebedarf richten sollen“, erläutert von Hammerstein.
Positiv bewertet das Landvolk Niedersachsen die vorgesehene zusätzliche Förderung von Agri- und Moor-Photovoltaik (PV). „Um den Druck auf die landwirtschaftlichen Flächen zu vermeiden, wäre eine dauerhafte Förderung von Dachanlagen bis 25 Kilowatt sinnvoll“, meint von Hammerstein.
Völlig unverständlich ist aus seiner Sicht dagegen der geplante Pachtdeckel für Windenergieanlagen. „Die Deckelung der Nutzungsentgelte an Eigentümer auf 2,5 Prozent des Umsatzes lehnen wir strikt ab“, sagt von Hammerstein, der zudem Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes Bremervörde-Zeven ist. Die Höhe der Pacht müsse sich am Markt bilden. „Die Entgelte sind insbesondere durch die Konkurrenz der Projektierer untereinander in die Höhe getrieben worden und haben schließlich Erwartungen bei den Eigentümern geweckt“, gibt von Hammerstein Einblicke hinter die Kulissen. Nun könnten diese hohen Entgelte seitens der Anlagenbetreiber nicht mehr gezahlt werden. „Zur Not muss das der Markt bereinigen, bevor die Landwirte die Zeche dafür zahlen“, meint von Hammerstein.
Schließlich würden sie investieren und ihre Flächen für die Energiewende bereitstellen. „Dafür brauchen sie faire Marktbedingungen“, fordert von Hammerstein. Wer Landwirten vorschreibe, was ihre Flächen wert sein dürfen, gefährde die Akzeptanz und den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien. (LPD 55/2026)
Ansprechpartnerin: Wiebke Molsen, Tel.: 0511 3670476, wiebke.molsen@landvolk.org