Landvolk im Klimarat: Klimaeffizienz weiter steigern

Landvolk im Klimarat: Klimaeffizienz weiter steigern

Bauernverband begrüßt Einberufung: Technologieoffenheit ist notwendig

L P D – Die Einberufung eines Klimarats durch das Land Niedersachsen ist aus Sicht des Landvolks Niedersachsen ein richtiger Schritt. „Es ist richtig, dass die Landwirtschaft am Tisch sitzt. Ohne uns werden die Klimaziele nicht erreichbar sein“, sagt Hubertus Berges, Vizepräsident des Landesbauernverbandes. Zugleich macht er deutlich: „Wir erwarten, dass unsere fachliche Expertise und unser Praxiswissen ernsthaft berücksichtigt werden.“

Das Landvolk hat mit einer eigenen Klimaschutzstrategie 41 Maßnahmen für mehr Klimaschutz durch die Landwirtschaft bewertet. Im Zentrum steht eine klare Forderung an die Politik: Statt flächenbezogener Vorgaben müsse die Klimaeffizienz je produzierter Einheit – also der CO₂-Fußabdruck pro Kilogramm Milch oder Getreide – verbessert werden. „Entscheidend ist, wie effizient wir Lebensmittel erzeugen – nicht, wie die Bilanz pro Hektar aussieht“, sagt Berges. Eine rein flächenbezogene Betrachtung würde die Produktion ins Ausland verdrängen und damit global höhere Emissionen verursachen.

Kritisch sieht der Verband auch das Niedersächsische Klimagesetz, das Klimaneutralität für Niedersachsen bereits 2040 vorsieht – fünf Jahre früher als das Bundesklimaschutzgesetz es für Deutschland plant. Aus Sicht des Landvolks wird die besondere Rolle der Landwirtschaft beim Klimaschutz bislang nicht ausreichend abgebildet. Eine erneute Novellierung sei daher notwendig. Positiv bewertet wird dagegen die feste Einbindung des Berufsstandes in den Klimarat – als Chance, flächendeckend für die Betriebe zu sprechen.

Inhaltlich setzt das Landvolk auf konkrete betriebliche Hebel: gezielte Klimaschutzberatung, innovative Düngemittel und präzisere Ausbringungstechnik, Gülle- und Futterzusatzstoffe sowie Züchtungsfortschritte – auch mithilfe neuer genomischer Techniken. Nach Einschätzung des Landvolks sind mit heutigen Technologien 10 bis 20 Prozent Emissionsminderung erreichbar, ohne die Produktion zu senken. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kohlenstoffspeicherung: Humusaufbau und die langfristige Bindung von Kohlenstoff in biobasierten Produkten. „Wir können Emissionen mindern und gleichzeitig Kohlenstoff binden – in Böden und Produkten“, betont Berges.

Offen bleibt, wie das Agrarland Nr. 1 fünf Jahre früher klimaneutral werden kann als der Rest Deutschlands. „Der Klimarat wird zeigen müssen, ob es gelingt, Umweltansprüche, Ernährungssicherung und wirtschaftliche Stabilität in Einklang zu bringen – und dabei die Landwirtschaft als Partner zu begreifen, nicht als Problem“, bewertet Berges abschließend. (LPD 16/2026)