Pferdezucht: WM-Gold hat niedersächsische Wurzeln

Pferdezucht: WM-Gold hat niedersächsische Wurzeln

Fünf Oldenburger unter den besten zehn des Dressur-Grand Prix

L P D Reiter sind ohne Pferde auch nur Fußgänger: Bei den Weltmeisterschaften in Aachen haben einige der vierbeinigen Medaillenträger ihren Ursprung in Niedersachsen. In der Vielseitigkeit wurde der Hannoveraner Chipmunk FRH mit Michael Jung Weltmeister. Mit Libussa Lübbecke saß zudem eine weitere Silbermedaillengewinnerin der Vielseitigkeits-Mannschaft im Sattel der Hannoveranerstute Caramia FRH.

Die Mannschaftsgoldmedaille in der Dressur ist dem gelungenen Teamwork von zwei Oldenburgern mit ihren Reitern zu verdanken: Bluetooth OLD mit Frederic Wandres und Denoix PCH mit Katharina Hemmer. Hemmer gewann zudem die Einzel-Bronzemedaille im Grand Prix Special. Insgesamt schafften es fünf Oldenburger unter die besten zehn des Dressur Grand Prix. Dahinter steht eine Zucht über Generationen. Wie bei Familie Kuhlmann, auf deren Hof Denoix PCH das Licht der Welt erblickte. „Den Stutenstamm kennen wir schon lange“, sagt Friederike Husmann. Seit ihr Opa die Ururoma des erfolgreichen Dressurpferdes als Spring- und Kutschpferd für Hochzeiten und Schützenfeste gekauft hat, leben ihre Nachkommen auf dem Hof in Neuenkirchen-Vörden.

„Als Fohlen waren wir noch nicht so überzeugt, aber als Zweijähriger hat er uns alle überrascht“, gibt Husmann zu. Vor allem die Farbe des Fuchses als Sohn von zwei Rappen hat sie stutzig gemacht. Spätestens auf der Körung in Vechta begeisterte Denoix PCH jedoch die Experten: Er wurde als Prämienhengst ausgezeichnet und an das Landgestüt Celle verkauft. „Dort wurde er sportlich sehr gut gefördert und hat uns auf der Hengstschau alle begeistert“, erinnert sich Husmann. Vor allem seine Einstellung zum Sport und sein guter Charakter gaben für die Züchter den Ausschlag, ihn als Vater ihrer Fohlen auszuwählen.

„Dann nahm das Schicksal seinen Lauf, denn es stellte sich heraus, dass Denoix unfruchtbar war“, sagt Husmann, die den Werdegang der Pferde aus der eigenen Zucht immer im Blick behält. Das Landgestüt Celle verkaufte Denoix PCH über die Auktion in Vechta an Reitmeister Hubertus Schmidt, der nun Katharina Hemmer als Trainer in Aachen betreute. „Was für eine glückliche Fügung“, freut sich Husmann.

Jedes Jahr werden auf dem Hof der Familie sechs bis sieben Fohlen geboren. Welche als Zuchtstute in der Herde auf den saftigen niedersächsischen Weiden bleibt, entscheidet die Familie gemeinsam – den passenden Hengst sucht Husmann aus. „Man muss von dem Pferd überzeugt sein“, ist sie sicher. Denn ein Pferd ohne Reiter ist auch nur ein Pferd – und kein Weltmeister. Deshalb schickt Husmann regelmäßig Videos von Denoix‘ kleinen Verwandten in die Reiterwelt. (LPD 63/2026)

Ansprechpartnerin: Wiebke Molsen, Tel.: 0511 3670476, wiebke.molsen@landvolk.org