Wenn das Grundwasser für die Ernte zu knapp ist

Landwirte in Nordostniedersachsen planen große Wasserspeicher

L P D – Wie können Landwirte künftig Lebensmittel anbauen, wenn das Wasser knapper wird? „Da wir hier in Nordostniedersachsen auf sehr sandigen Böden wirtschaften, machen wir uns darüber schon lange Gedanken“, sagt Boris Erb, Vorsitzender des Bauernverbandes Nordostniedersachsen. Wir haben konkrete Pläne zum Bau von Speicherbecken, die einerseits die Grundwasserkörper entlasten und andererseits die zusätzlichen Bedarfe, die im Wasserversorgungskonzept Niedersachsen klar aufgezeigt wurden, decken können. Neuen Schub bekommen die Überlegungen nun durch eine Förderrichtlinie des Landes Niedersachsen, das solche Projekte mit bis zu 80 Prozent bezuschusst.

Denn ohne eine Bewässerung ist besonders der Anbau von Kartoffeln, Rüben, Zwiebeln und Sonderkulturen unmöglich wirtschaftlich zu bewerkstelligen. Auf seinen eigenen Feldern in der Nähe von Scharnebeck sind das Auf- und Umstellen der Beregnungsanlagen daher in jedem Jahr ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt. Erb befürchtet, dass die benötigten Wassermengen in Zukunft weiter steigen werden, um Ertrag und Qualität und damit die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln auch in trockenen und vor allem heißen Phasen zu sichern. „Wir wissen schon lange, dass der Beregnungsbedarf in Dürrejahren nicht mehr nur aus dem Grundwasser gedeckt werden kann“, sagt Erb.

Die Speicherbecken würden sich aus Regenwasser speisen und dann von den umliegenden Landwirten zur Beregnung genutzt werden. „Da hätten alle etwas davon. Daher gehe ich davon aus, dass es Landwirte geben wird, die ihr Land für die Errichtung hergeben werden“, ist Erb optimistisch. Der Bauernverband Nordostniedersachsen begleitet das Projekt politisch. Bauen und betreiben wird das Speicherbecken dann der örtliche Wasser- und Bodenverband. „Ein Landwirt alleine kann so ein Riesenprojekt nicht stemmen“, sagt Erb.

Dieses Jahr hätten die Landwirte im Nordosten noch Glück gehabt, dass zwischendurch immer mal wieder ein Regenschauer durchgezogen sei. Im Westen Niedersachsens konnten seine Berufskollegen durch mangelnde Beregnungsmöglichkeiten der Trockenheit und der Hitze weniger entgegensetzen. Auch für sie könnte der Bau von Beregnungsmöglichkeiten daher in Zukunft wichtig werden.

„Die neue Förderung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, freut sich Erb, dass das Bewusstsein über die Wichtigkeit der Bewässerung in der Politik angekommen ist. Am Ende entscheidend sei jedoch die langfristige Sicherstellung von Fördermitteln. Für die erste Antragsperiode können bis zum 31. Januar 2027 Anträge bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eingereicht werden. (LPD 83/2026)

Ansprechpartnerin: Wiebke Molsen, Tel.: 0511 3670476, wiebke.molsen@landvolk.org